Heute hiess es früh aufstehen, 7.30 Uhr, da Nina nicht direkt in der City wohnt brachten wir mein Gepäck für die Zugreise zuerst zum Bahnhof. Dort konnte ich es gegen eine Gebühr von 200 Rubel (8 Franken) einstellen. Nina musste zur Arbeit, aber Anastasia hatte Zeit für Sightseeing.

Zuerst fuhren wir mit der Metro südlich in die Nähe der Moscow State University. Die befindet sich auf einem Hügel von dem man über die Stadt blicken kann. Ich vergass zu erwähnen, dass es auch heute wieder regnete und stark bewölkt war. Die Aussicht wäre wohl schön gewesen bei schönem Wetter, aber leider sah man praktisch nichts ausser der naheliegenden Skisprungschanze, der University und einem Fussballstadion. So fuhren wir wieder zurück zur City und besuchten das historische Museum am Roten Platz. Dort war die gesamte russische Geschichte zu sehen. Leider waren die Ausstellungsstücke nur auf Russisch angeschrieben. Immerhin gab es pro Raum ein Blatt mit generellen englischen Informationen, sofern es denn vorhanden war. So musste mir Anastasia jeweils die wichtigsten Sachen übersetzen.

Zum Mittagessen gingen wir wieder zurück in die kleine Gasse in der Nähe der Tverskaya Street und assen dort in einem russischen Café Business Lunch. Das ist anscheinen üblich in Moskau über Mittag. Man wählt zwischen Vorspeise, Hauptgang und Dessert und hat jeweils pro Kategorie verschiedene Variationen. Man bezahlt einen Fixpreis, je nach gewählter Kombination. Ich entschied mich für einen Cesar Salad und ein Panini mit Schinken, sowie einem Tee.

Anschliessend liefern wir zur Arbat Street denn ich brauchte ja noch ein Souvenir aus Moskau. Anastasia meinte eine Matroschka wäre ein gutes Erinnerungsstück. Ich war zuerst nicht so überzeugt, denn die klassischen ineinander gestapelten Figuren fand ich nicht so toll. Doch dann entdeckte ich neben den traditionellen Figuren auch lustige mit Comicsujets oder verschiedenen Präsidenten. Zudem sah ich ein cooles Moscow Poloshirt. Der erste Souvenirladen war mit Rabatt nicht so grosszügig und Anastasia meinte handeln sei nicht möglich. Später fand ich das gleiche Poloshirt wieder und eine Matroschka auf der jeweils der russische und der amerikanische Präsident zu sehen sind. Der Preis war allerdings viel zu hoch nach meinen Vorstellungen, also musste ich einfach zu handeln beginnen. 30% Rabatt gab es schnell einmal, aber ich wollte mehr. Nach zähen Verhandlungen einigten wir uns in der Mitte unserer Preisvorstellungen. Also ein fairer Deal für beide Parteien. Anastasia war ziemlich überrascht, dass ich so gut handeln konnte. Im Hard Rock Café wollte ich noch ein T-Shirt für meine Schwester kaufen, doch die Frauen T-Shirts waren ausgegangen.

In der Zwischenzeit hätte eigentlich mein Reisepartner Michael am Flughafen ankommen sollen. Allerdings hatte er sich noch nicht per SMS gemeldet und war auch nicht erreichbar auf seinem Natel. Deshalb liefen wir die New Arbat Street zurück und fuhren mit der Metro zur vereinbarten Station, an der der Expresszug vom Flughafen ankommt. In einem Café überbrückten wir die Zeit und planten den restlichen Nachmittag und Abend.

Anstatt um 16 Uhr kam Michael dann um 18.20 Uhr und wir kamen etwas unter Zeitdruck, denn er sollte noch den Roten Platz sehen. Nina war in der Zwischenzeit fertig mit der Arbeit und stiess ebenfalls zu uns. So hetzten wir zum Kreml. Dort blieb nur wenig Zeit um ein paar Fotos zu machen. Danach mussten wir in den Supermarkt um noch die notwendigsten Sachen wie Wasser, Brot, Suppen, Guetzli und Käse für unsere Reise mit der transsibirischen Eisenbahn einzukaufen. Dank dem vorher erstellten Zeitplan blieben uns auch noch einige Minuten um in einem Sbarro kurz Pasta und Pizza zu essen.

Danach fuhren wir mit der Metro zum Bahnhof. Um 21.35 Uhr startete das Abenteuer mit dem Zug Nummer 6 der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Irkutsk.

Related Images: