Nina musste heute Arbeiten gehen und so konnte ich um 10 Uhr mit ihrer Mutter mit der Metro zur City fahren. Ich lief durch die ebenfalls autofreie Arbat Street an der es viele Souvenirgeschäfte und kleine Restaurants und Cafés hat. Weil es so stark regnete machte ich einen Halt in einem Starbucks. Leider gab es keinen Chocolate Frappuchino, so dass ich mir eine heisse Schokolade für 220 Rubel (9 Franken) gönnte. Ich studierte Ninas Notizen, was ich mir heute so alles ansehen könnte und las zum ersten Mal in meinem Reiseführer, den ich von meiner Freundin auf den Geburtstag geschenkt bekam.

Nach der Pause brach ich auf um die grosse, weisse Kirch zu besichtigen. Leider war diese geschlossen und so spazierte ich bei strömendem Regen über die Brücke, um die Kremlanlage von der anderen Flussseite zu sehen und zu fotografieren. Danach lief ich über den Roten Platz zurück zum St. Peterspark um von dort in den Kreml zu gelangen. Für Studenten gibt es sogar Rabatt auf den Eintrittspreis, so musste ich nur noch 100 Rubel (4 Franken) bezahlen. Wirklich viel Interessantes konnte man innerhalb des Kremls nicht sehen und Vladimir Putin hatte leider auch keine Zeit für eine Audienz. Aber ich sah die grosse Kanone und die tonnenschwere Glocke. Die einzelnen Gebäude waren ziemlich eindrücklich, weil die Dächer meistens Goldkuppeln enthielten.

Es war schon nach 14 Uhr und ich bekam Hunger. So ging ich wieder in die kleine autofreie Gasse die an die Tverskaya Street grenzt, die mir Nina gestern gezeigt hatte. Ich ass dort in einem italienischen Restaurant (Gusto) feine Pasta. Zeitweise gab es sogar kostenloses WiFi, so dass ich kurz meine E-Mails checken konnte.

Danach wollte ich mit der Metro zur Tretkayovska Gallery fahren. Sämtliche U-Bahn Pläne und Stationen sind nur auf Russisch beschriftet, was die Orientierung nicht gerade einfach macht. Immerhin wusste ich dank meiner englischen Strassenkarte und den verschieden farbigen Metrostrecken, in welche Richtung ich in etwa fahren musste und dass es drei Stationen sind. Ich hatte es tatsächlich geschafft, die richtige Metro zu nehmen, nur wählte ich dann in der Station selber wohl einen falschen Ausgang. Die Station war eine Doppelstation wie sich später herausfand und ich kam definitiv nicht in der Nähe der Gallery heraus. Mit meiner Karte und einer einstündigen Suche im Regen fand ich dann die besagte Gallery doch noch. Allerdings war es mittlerweile schon fast so spät, dass sich ein Besuch fast nicht mehr lohnte und die Beschriftungen in der Eingangshalle überzeugten mich auch nicht. Aber ich nutzte das kostenlose WiFi um kurz bei Foresquare einzuchecken.

Anschliessend fuhr ich mit der Metro zurück ins Zentrum, denn ich hatte um 19.15 Uhr mit Nina und Anastasia zum Diner abgemacht. Anastasia hatte diesen Nachmittag die Präsentation ihrer Bachelorarbeit an der University und hatte deshalb vorher keine Zeit. Wir trafen uns in einem russischen Restaurant (Mar’ivanna) und eine Kollegin von ihnen kam auch noch. Das Restaurant Mar’ivanna war eingerichtet wie eine alte russische Wohnung und die Kellnerinnen sahen aus wie Dienstmädchen. Ich probierte Pelmini, eine Art Ravioli mit mehr Fleisch und als Sauce dazu gab es Quark. Das Essen war fein und als Getränk gab es zuerst einen Beerensaft und nachher Kwas. Kwas wird aus Brot gegoren und enthält deshalb etwas Alkohol, schmeckt aber wie Most. Mein erstes richtiges russische Essen und es war fein. Das Konzept des Restaurants gefällt mir und wurde bis ins letzte Detail umgesetzt, sogar die Toilette war liebevoll gestaltet.

Nach dem Essen besichtigten wir noch Moskau by night und machten ein paar Fotos am Roten Platz. Zu Hause bei Nina gab es wieder Tee und Süssigkeiten vor dem zu Bett gehen.

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