Helge Sobik hat in der SonntagsZeitung einen Artikel zu den vielen verschiedenen Zuschlägen der Billigairlines veröffentlicht und gibt wertvolle Hinweise wie man Geld sparen kann, da die Gesamtkosten für die Schnäppchentickets immer teurer werden:

„Der Grundbetrag klingt zwar günstig, aber neue, kreative Gebühren katapultieren den Endpreis in ungeahnte Höhen: Manche der einstigen Billig-Airlines kassiert inzwischen Zuschläge fürs aufzugebende Gepäck, fürs Einsteigen vor den meisten anderen («Priority» oder «Speedy Boarding»), für die langfristige Sitzplatzreservierung ebenso wie für die Zahlung mit Kreditkarte. Und Ryanair rationiert die Plätze für den besonders rationellen Online-Check-in.

Aus dem erhofften Billigticket wird plötzlich ein nicht mehr ganz billiges Flugbillett. Grund für die Zuschläge: In den Zentralen mancher Fluggesellschaft regiert derzeit die pure Not – und die macht erfinderisch, wenn es darum geht, ans Geld der Passagiere zu kommen. Die SonntagsZeitung verrät Tipps und Tricks, wie man trotz Zuschlagsabzockerei bei Billigfliegern günstig abhebt:

Handgepäck
Keinen Koffer aufgeben: Reisen Sie möglichst nur mit Handgepäck. Das spart die teilweise gepfefferten Gebühren für aufzugebende Koffer. Aber Achtung: Die Freigepäckgrenzen für das, was in die Kabine mitgenommen werden darf, sind von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Aufschluss gibt die Website der jeweiligen Airline. Easyjet, stark in Genf und Basel, kassiert derzeit 36 Franken für einen zuvor online angemeldeten Koffer (Hin- und Rückflug), das Doppelte bei fehlender Vorregistrierung. Ryanair, aus der Schweiz nach Aufgabe der Basis Basel zum 2. Dezember fürs Erste verschwunden (aber vom grenznahen Airport Friedrichshafen aus buchbar), kassiert bis zu 52.50 für den ersten, bis zu 105 Franken für einen zweiten aufzugebenden Koffer pro Strecke. Air Berlin, Schwergewicht vor allem in Zürich, verzichtet bislang auf Koffergebühren. Germanwings nimmt zwischen 9 und 30 Franken für den Koffer. Kommt man bei einer Reise nicht darum herum, Gepäck aufzugeben, dann meldet man den Koffer bereits bei der Buchung mit an. Das ist preiswerter, als ihn ohne Voranmeldung aufs Band zu hieven.

Sitzplatzreservierungen
Auf vorherige Sitzplatzreservierung und zuschlagspflichtige Einsteige-Priorität verzichten: Auch das spart ein paar Franken. Wer rechtzeitig online eincheckt (meistens 24 Stunden im Voraus möglich), gehört ohnehin zu den Ersten und kann sich gebührenfrei den besten verfügbaren Sitz aussuchen. Wer es nicht lassen kann: Easyjet nimmt 18 Franken pro Strecke fürs sogenannte Speedy Boarding, Air Berlin 15 Franken pro Strecke für die Vorab-Sitzreservierung zum Buchungszeitpunkt, Baboo 10 Franken. Bei Letzterer lohnt sich das Investment, denn Online-Check-in ist bei der ab Genf operierenden Airline nicht möglich.

Ticketbuchung
Frühzeitig buchen: Tickets werden teurer, je kurzfristiger man bucht. Das gilt bei den Billigfliegern genauso wie bei alteingesessenen Linienfluggesellschaften. Wer günstig fliegen will, sichert sich den Flugschein via Internet mit so viel Vorlauf wie möglich – am besten gleich, wenn eine neue Strecke angekündigt oder eine neue Flugplanperiode freigeschaltet wurde. Letzteres geschieht uneinheitlich je nach Airline mit einem halben oder ganzen Jahr Vorlauf.

Zahlungsmethode
Abbuchen lassen: Für Kreditkarten wird bei der Buchung fast immer eine Gebühr fällig. Air Berlin nimmt dafür 7.50 Franken, Easyjet 8.50. Zuschlagsfrei ist es üblicherweise, wenn man der Airline gestattet, den Ticketpreis vom Konto abzubuchen.

Verpflegung
Bordverpflegung mitnehmen: Fast überall kostet der Snack an Bord. Wer sparen will, bringt Frühstück oder Mittagsimbiss selber mit. Air Berlin nimmt derzeit für eine Currywurst 9.75 Franken, serviert aber immer noch allen Passagieren ein Sandwich gratis. Germanwings bietet eine Suppe für 3.75 Franken, Sandwiches für 5.25 Franken an. Nur, Vorsicht beim Mitnehmen von Flüssigkeiten an Bord: Getränke können Sie erst innerhalb des Sicherheitsbereichs am Airport einkaufen.

Treibstoffzuschläge
Kerosinzuschläge vergleichen: Auch die Gebühr fürs Flugbenzin fällt uneinheitlich aus. Hier lohnt es sich, vor Buchungsabschluss zu vergleichen. Pluspunkt für Easyjet und Germanwings: Dort gibt es bislang keinen Kerosinzuschlag, während Air Berlin nach Mallorca 39 Fr. pro Strecke berechnet.

Die Etablierten nicht vergessen: Traditionsairlines wie Swiss, Lufthansa, Air France/KLM, British Airways, aber auch kleinere Mitstreiter wie Czech Airlines, Malev oder die lettische Air Baltic haben längst den Kampf mit den Billigfliegern aufgenommen und bieten zumindest auf umkämpften Strecken konkurrenzfähige Tarife.“

Kommentar von Stefan:
Genau aus diesen Gründen fliege ich viel lieber mit der Swiss. Da habe ich keine versteckten Kosten und erhalte im Flugzeug auf den Kurzstrecken ein Sandwich, unbegrenzt Getränke, auch Alkohol, und noch eine Mini Toblerone und das alles zusammen für einen Preis der nicht viel höher ist als bei den sogenannten Billigfliegern. Ein wichtiger Vorteil der traditionellen Airlines besteht auch darin, dass man auf einem Flughafen nahe der Stadt landet und nicht irgendwo in der Pampas draussen wo man dann noch ewiglang fahren muss bis man endlich in der gewünschten Stadt ankommt.

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