Michael Kuhn schrieb gestern bei cash.ch, dass Meilen-Sammler derzeit leichter zu Gratisflügen und in die Champagner-Klasse kommen als noch vor wenigen Monaten. Des einen Leid, des anderen Freud: Vielflieger profitieren von der Airline-Krise. Denn je mehr First- und Businessclass-Sitze in den letzten Monaten frei wurden, desto öfter nahmen Meilen-Sammler darauf Platz. «Die Chance ist grösser geworden, ein Upgrade zu bekommen», sagt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel.
Vor einem Jahr noch häuften sich die Reklamationen bei Swiss und anderen Fluggesellschaften, weil kaum jemand seine gesammelten Flugmeilen einsetzen konnte. Das hat sich geändert – dennoch ist die Nachfrage nicht grösser geworden. Donzel: «Wir haben nicht mehr Anfragen, aber weniger Probleme diesen zu entsprechen.»
Lufhansa und Swiss liegen vorne
Um auf der gewünschten Strecke dank Meilen gratis zu fliegen oder in eine höhere Klasse zu wechseln, braucht es aber nach wie vor Geduld. Die Erfolgsrate beim Vielfliegerprogramm Miles & More von Swiss und Lufthansa liegt laut der Service-Website Webflyer bei 59 Prozent (Gratisflüge) und 56 Prozent (Upgrades). Von allen Vielflieger-Programmen weltweit gehört Miles & More derzeit zum besten Drittel.
Die grösste Chance, auf Anhieb seine Meilen einsetzen zu können, hat man bei US Airways und Thai Airways. Viel Durchhaltevermögen braucht es bei der Air France/KLM (5 Prozent/ 46 Prozent), Finnair (25 Prozent/ 60 Prozent) und Malaysia Airlines (33 Prozent/ 53 Prozent).
«Das bestgehütete Geheimnis einer jeder Airline»
Auch wenn Flugmeilen im Moment leichter in einen realen Gegenwert umgetauscht werden können, liegen die meisten brach. Über 15 Billionen Meilen sollen Vielflieger global schon gesammelt haben. Das entspricht mehreren 100 Milliarden Franken.
Da sich der Wert einer Meile je nach Programm aber stark unterscheidet, kann nicht seriös eruiert werden, wie viel Geld tatsächlich gehortet wird. Wie Jean-Claude Donzel von Swiss sagt: «Die Zahl der Flugmeilen ist das bestgehütete Geheimnis einer jeder Fluggesellschaft.»
Darauf müssen Meilenjäger achten
Für Meilenjäger gilt: Wichtiger als die Wahrscheinlichkeit, seine Meilen einsetzen zu können, ist ein Vielflieger-Programm, das am besten dem eigenen Flugverhalten entspricht. Und hier haben Passagiere die Qual der Wahl. Weltweit gibt es nämlich über 170 Programme, die kaum miteinander vergleichbar sind.
Die folgenden zwei Fragen sind die entscheidenden: Wie oft und wo fliegt man? Je nachdem ist das eine oder andere Programm besser. Eine Orientierungshilfe bieten www.travel4miles.com (englisch/deutsch) und www.vielfliegerinfo.de (deutsch).
Wer jetzt noch von leeren Businessclass-Sitzen und Meilen profitieren will, sollte sich aber beeilen. «Dass die Passagiere von vorne nach hinten rutschen, hat sich schon seit längerem abgezeichnet. Die Krise hat diesen Trend nun beschleunigt. Und sollte der Aufschwung, auf den wir alle hoffen, wirklich kommen, dann rutschen auch wieder mehr Leute von hinten nach vorne», sagt Swiss-Verwaltungsrat Walter Bosch zu cash.
Zum Artikel von Michael Koch, Swiss: Vielflieger profitieren von der Airline-Krise
Stefan
10. November 2009 — 09:42
Ja das kann ich definitiv bestätigen. Ich bin diesen Herbst ja bereits zweimal mit Swiss nach Paris geflogen und konnte meine Miles & More Meilen dafür einsetzen. Ich habe immer relativ kurzfristig gebucht und habe ohne Probleme meine Wunschtermine für die Flüge erhalten.