Mitte Juni fuhr ich mit der transsibirischen Eisenbahn von Ulan Bator nach Peking durch die Wüste Gobi. Heute sehe ich einen Bericht, dass die Regierung der Mongolei gestern eine Stunde in der brütenden Sonne der Wüste Gobi tagte um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Im Zug mit Fahrtwind waren die hohen Temperaturen noch erträglich, aber mit Hemd und Anzug eine Stunde lang in der Wüste sitzen muss der Horror sein.

Wie die sueddeutschte.de berichtet sei gemäss Ministerpräsident Batbold Suchbaatar die Klimaerwärmung dafür verantwortlich, dass weniger Regen falle. Durch die gestiegenen Temperaturen versiegten etliche Flüsse und Quellen. Dürren und eine Ausdehnung der Wüste seien die Folge. Nun hofft die Regierung auf Beschlüsse der Delegierten beim nächsten Klimagipfel im November im mexikanischen Cancún, die den Problemen der von Versteppung bedrohten Entwicklungsländer Rechnung trägt. Der aussergewöhnliche Tagungsort diente auch dazu, das Ausmaß des Problems zu demonstrieren. Vor wenigen Jahren wurden Teile des Tals noch bewirtschaftet. „Vor fünf Jahren sind hier noch zahlreiche essbare Pflanzen gewachsen und es gab weniger Sanddünen“, sagte ein Minister der Provinz Süd-Gobi. „Nun ist das Tal vollständig mit Sand bedeckt. Die Dünen wandern weiter und bedecken jedes Jahr mehr Land.“ Umwelt- und Tourismusminister Gansuch Luumed sieht die Lebensgrundlage der mongolischen Nomaden bedroht. „Der globale Klimawandel beschleunigt die Wüstenbildung in der Mongolei“, sagte er. Derzeit seien 70 Prozent des Landes davon bedroht.

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