Transsib: Übernachtung im Jurtencamp

Weil das warme Wasser abgestellt werden musste, gab es heute Morgen eine eiskalte Dusche und nach dem Frühstück sind wir um 10 Uhr aufgebrochen um aufs Land zu fahren. Wir fuhren mit dem Minibus und unserem Guide rund zwei Stunden von Ulan Bator in die Steppe zu den Nomaden. Die Nomaden wohnen hier in grossen runden Zelten, sogenannten Jurten.

Ich glaubte, dass wir bei richtigen Nomaden wohnen werden, stattdessen landeten wir in einem Touristencamp. Die Touristen übernachten in den Jurten, der Guide und der Fahrer in einer Holzhütte. Auch das Restaurant ist aus Holz und es gibt sogar ein WC-Haus im westlichen Stil. Im Camp gibt es 16 Jurten mit je 4 Betten – eigentlich wie ein Zeltplatz. Bei unserer Ankunft waren wir die einzigen Gäste.

Nach dem umfangreichen Mittagessen mit Salat, Suppe, Hauptgang und Dessert brachen wir mit dem Minibus auf um die Landschaft zu erkundigen. Zuerst fuhren wir zum Schildkrötenfelsen und dann weiter zu einem touristischen und unbewohnten Kloster auf einem Hügel. Dort trafen wir per Zufall wieder Julia und Max mit denen wir im Zugabteil von Irkutsk nach Ulan Bator waren.

Weil es so heiss war wollten wir noch baden gehen. Der Guide führte uns zu einem Bach der hinter einem Golfplatz durch ging. Unglaublich, draussen in der Steppe wo es wenig Wasser gibt, wurde ein Golfplatz inklusive Clubhaus für Reiche gebaut. Leider führte der Bach wenig Wasser, trotzdem sprang Michael hinein und ich kühlte meine Füsse ab.

Danach fuhren wir zurück zum Jurtencamp wo wir wieder ein umfangreiches Essen einnahmen. Nach dem essen machte mir der Guide Hoffnung, dass wir das Fussballspiel der Schweiz im Nachbarscamp ansehen gehen können, denn die hätten einen Fernseher. So zog ich mein Schweizertrikot an und holte meine Schweizer Fahne hervor, allerdings blieb es ein Traum das Spiel zu sehen, weil das Spiel Schweiz gegen Honduras nicht das erste Spiel an diesem Tag war und im anderen Camp kein Fussball geschaut wurde. Ich habe die Schweiz unterstützt mit dem Trikot und der Fahne, an mir kann es nicht gelegen haben, dass es kein Tor gab.

Die Nacht in der Jurte war ziemlich heiss und so konnte ich recht schlecht schlafen, während Michael wie ein Stein schlief. Zum Frühstück gab es ein Buffet und anschliessend gingen wir reiten. Michael sass noch nie auf einem Pferd und der Pferdebesitzer glaubte wohl wir würden runterfallen. So liefen wir die erste halbe Stunde einfach nur an der Leine hinter ihm her. Wir haben ihm mehrmals versucht klar zu machen, dass wir richtig reiten möchten, aber er verstand uns nicht. Michael und ich schliefen schon fast auf dem Pferd ein. Irgendwann hat er es dann doch mal verstanden und wir konnten mit den lahmen Pferden etwas traben und galoppieren. Dann kam auch unser Guide mit einem schnellen Pferd und ich bekam dieses. Endlich machte das Reiten Spass und am Ende hatte ich sogar eine Blatter an der Hand vom festhalten am Sattel. Ich muss wohl öfters zu Hause reiten gehen.

Anschliessend besuchten wir noch die Jurte des Pferdebesitzers und seine Familie. Wir erhielten salzigen Milchtee, Gebäck und Joghurt, wobei der Joghurt sehr sauer war. Danach gab es wieder ein umfangreiches Mittagessen in unserem Camp. Wir hätten gerne noch mehr vom Land gesehen und wären auch bereit gewesen dem Guide und dem Fahrer noch Geld zu zahlen, doch die wollten unbedingt zurück in die Stadt. Dort sind wir in ein anderes Hotel eingezogen, weil das Hotel Undruul ja kein heisses Wasser mehr hatte. Das Zaluuchuud Hotel kostet mit 65 Dollar zwar 15 Dollar mehr pro Nacht, ist aber definitiv viel schlechter, denn das Zimmer ist dreckig und stinkt. Immerhin müssen wir nur eine Nacht hier sein, denn Morgen früh geht die Reise mit dem Zug weiter von Ulan Bator nach Peking.

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