Transsib: Adventure in Listwjanka

Michael träumte schon die ganze Nacht davon rund um den Baikalsee wandern zu gehen, speziell seit ihm am Vorabend ein Tourist erzählte, dass es schöne Klippen hat. Deshalb liefen wir nach dem Frühstück in unserem Chalet zum See hinunter und wollten im Touristoffice nach Wanderkarten fragen. Allerdings war das Office noch geschlossen, obwohl es eigentlich bereits seit 10 Uhr geöffnet haben sollte. Wir schauten uns am Hafen um und fragten in einem Hotel nach, aber leider blieb die Suche erfolglos. Immerhin hatte in der Zwischenzeit das Touristoffice geöffnet und wir konnten eine Wanderkarte kaufen. Im kleinen Supermarkt kauften wir auch noch eine Flasche Ice Tea und zwei Brotgebäcke.

Pfadfinder Michael entschied, dass wir nach Ostern zum nächsten Dorf laufen, weil wir das gemäss seiner Meinung in 3 Stunden erreichen und dann mit dem Boat zurückfahren können. Allerdings hatte es auf der Karte keinen Massstab. Nach 20 Minuten entdeckte Michael eine Abkürzung. Anstatt der Strasse zu folgen kletterten wir im Wald einen schmalen Pfad hoch und gelangten auf eine Anhöhe. Dort trafen wir ein russisches Pärchen, das sogar englisch sprach und uns mitteilte, dass der Weg zu steil sei. Michael lachte nur und meinte, die seien sich halt die Berge nicht gewöhnt und so gingen wir weiter. Wie angekündigt wurde aus dem kleinen Weg ein noch viel schmalerer Pfad und auch schon bald begann die Klettertour.

Wir hatten ja nur Turnschuhe, einen Rucksach mit einer Flasche Ice Tea und Gebäck sowie der Wanderkarte dabei, also perfekt ausgerüstet für eine Klettertour in den Bergen. In der Schweiz spotten wir über die Touristen mit Sandalen in den Bergen, hier sind wir genau gleich. Michael ging immer weiter, weil er an seinen Weg glaubte und wir kamen an eine Stelle als der Pfad nur noch 15 cm breit war: links die Felswand, rechts die Klippe zum See hinunter. Keine Ahnung wie ich durchgekommen bin. Auf jeden Fall habe ich Michael gewarnt, dass ich diesen Weg auf keinen Fall zurückgehen werde.

Er glaubte noch immer, dass nach der nächsten Bucht das lang ersehnte Dorf kommen würde, während wir durch die Felsen kletterten. Nach drei Stunden Adventure pur wetteten wir, dass auch nach der nächsten Bucht das lang ersehnte Dorf nicht komme. Ich gewann die Flasche Vodka, denn es kam definitiv nichts. Michael wollte trotzdem weitergehen, doch ich konnte ihn überzeugen, dass wir lieber den Wald hochgehen und versuchen zurückzufinden als uns noch immer weiter in die falsche Richtung zu bewegen.

So kämpften wir uns 700 Höhenmeter durch den steilen Wald nach oben auf die Bergkante. Von dort liefen wir durch den Wald Richtung Listwjanka. Irgendwann fanden wir sogar einen Turm und eine Strasse. Nach Stunden ohne Zivilisation begegneten wir auch noch einer Gruppe russische Touristen. Diese zeigten uns den Weg zurück ins Dorf. Ich war ziemlich froh, als wir wieder heil in Listwjanka ankamen, denn dieser Trip war doch ziemlich gefährlich und wir hatten nicht die notwendige Ausrüstung dabei. Immerhin haben wir etwas erlebt.

Wir besuchten noch dem Markt, wo ich ein Souvenir für meine Freundin kaufte und wir genehmigten uns eine halbe Wassermelone. Diese assen wir anschliessend am steinigen Ufer des Baikalsees. Anschliessend gingen wir zurück ins Chalet und genossen eine kühle Dusche nach dem Abenteuer. Danach mussten wir unser Gepäck zum Hafen hinter schleppen, denn um 18.30 Uhr fuhren wir mit dem Tragflügelboot zurück nach Irkutsk. Die einstündige Fahrt kostete rund 400 Rubel (16 Franken) pro Person. Während der Fahrt lernten wir auch noch eine Lehrerin aus Schwyz kennen. Zurück in Irkutsk wurden wir abgeholt und nach einem kurzen Stopp in einem Supermarkt zum Bahnhof gebracht. Dort assen wir in einem kleinen Imbiss noch etwas, bevor wir bei plötzlich starkem Regen um 21.30 Uhr in den Zug der transsibirischen Eisenbahn von Irkutsk nach Ulan Bator einstiegen.

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